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Was es heißt achtsamer im Alltag zu sein, lesen wir beim Schmökern in jedem Buchladen, an jedem Zeitschriftenkiosk oder Online-Magazin. Zahlreiche Blogs und Instagramaccounts widmen sich diesem Thema, teilweise sogar ausschließlich (@cactiandpeonies natürlich eingeschlossen). Achtsamkeit ist ein Thema, welches uns irgendwie alle beschäftigt. Manche halten relativ wenig davon, andere wiederum richten ihr ganzes Leben danach. Den einen richtigen Weg gibt es auch hier nicht. Doch eines ist klar: Die Tendenz zu einem bewussten und achtsamen Leben ist nicht mehr bloß ein Trend oder der neueste Hipster-Shit, der bald wieder geht. Achtsamkeit in den Alltag integrieren ist zu einer Bewegung geworden, um genauer zu sein zu einem Lebensstil und lässt uns gerade jetzt, während der Pandemiezeit, einmal mehr darüber nachdenken, wie wir eigentlich leben möchten.

Lange Zeit habe ich eine ganz bestimmte Sucht ausgelebt, den „Stoff“ ins Unermessliche konsumiert und nie hinterfragt, was ich da eigentlich tue, beziehungsweise in meinem Fall nicht tue. Die Rede ist vom exzessiven Lesen über Achtsamkeit, über Sinnfindung und dem eigenen Higher Self. Zahlreiche Bücher und Zeitschriften wanderten über die Kassentheke. Sie gaben mir das Gefühl, dass ich mich im Griff hatte, dass Alles wieder gut werden würde und ich inneren Frieden finde. Ich saugte einen Ratgeberartikel nach dem anderen auf, hörte einen Podcast zu Ende, fing direkt den nächsten an und freute mich bei einem Tee in meinem Sessel über Vorhaben wie Waldbaden, Pilzesammeln, in die Wolken starren und Figuren erraten und malte dabei Mandalas aus. Tag für Tag, Artikel für Artikel, Seite für Seite, Episode für Episode – ich kannte sie alle. Egal, ob Flow, Emotion, Happinez, die neueste Zeitschrift von Laura Malina Seiler oder die Podcasts happy, holy & confident und the mindful sessions. Sie alle führen dich in die Welt der Achtsamkeit, der inneren Ruhe und Zufriedenheit ein, geben dir Tipps, wie es sich bewusster leben lässt, wie man einen Zustand der Erleuchtung erreicht und sich mit seinem Schattenkind (Begriff aus dem sehr lesenswerten Buch „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl) versöhnt. All diese Formate sind toll und ich würde sie auch heute nicht missen wollen, zudem sind sie vom Layout her so ästhetisch wunderbar, dass man sie gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Sie haben mich für den Moment glücklich gemacht. „Feeling Zen“ war bei mir voll angekommen. Sobald ich aber die Bücher, die Zeitschriften oder die Podcasts beendete, wurde ich mit dem wahren Leben, den wahren Gefühlen, dem ganz normalen Alltag konfrontiert. In diesem Moment verschwand die Achtsamkeitsglocke und es wurde mir erst immer dann bewusst, wenn ich unzufrieden war, wenn etwas nicht klappte und ich mich wie ein trotziges Kind ärgerte. Immer erst dann wurde mir bewusst, dass ich das Gelesene über Achtsamkeit, Ausgeglichenheit und Zufriedenheit gar nicht umsetze oder anwende. In den harmonischen und glücklichen Momenten fällt einem sowas nämlich nicht auf – in diesen Momenten hinterfragt man nicht, warum man grade glücklich ist. Wir hinterfragen erst, wenn wir vermeintlich das große Unglück empfinden.

Und das – by the way – kann in einer konsumorientierten „Immer-Mehr-Welt“, in der wir uns mit Produkten im Achteltakt beglücken, relativ schnell auftreten. Das große Unglück erscheint nämlich dann, wenn das erste Hoch über die Freude des Neuen (ganz gleich, was es ist) abflacht. Sei es das neue Auto, was ansteht oder gekauft wurde, Möbel, Geschirr, Technik, Papeterie, Bücher und Co. All das befriedigt uns und schüttet Dopamin, das berühmte Glückshormon aus, welches uns regelrecht süchtig nach Belohnung macht. Setzt diese Hormonausschüttung mal aus, weil wir mal nicht von den Werbungstriggern dieser (Insta-)Welt eingefangen wurden, wird es interessant.

Schafft man es den oben beschriebenen Prozess zu reflektieren, ihn zu hinterfragen, fühlt man sich erstmal elendig, weil man erkannt hat, dass man sich zu sehr beeinflussen und lenken lässt. Auch, wenn die Werbesender nur das Beste für dich wollen, ja nur ein Angebot machen wollen und man ja immer noch selbst entscheiden könne, was man kauft oder nicht – es ist schlichtweg Werbung und das muss einem IMMER bewusst sein. Ziel ist es, ein Produkt zu vertreiben und dabei gehen die Spinnfäden der Marionettenkunst immer weiter und weiter in die Sigmund-Freudische Psychologie ein, sodass eine Ablehnung eines Angebots, gut umgesetzt und extra für DICH aufbereitet, gar nicht mehr möglich ist oder nur schwer möglich ist. Erst war es Youtube, jetzt ist es Instagram. Das Format verbindet noch viel mehr das Persönliche, Intime mit dem unbewussten „Haben Wollen“. Auch, wenn ich Instagram liebe, weil es bunt, witzig und abwechslungsreich ist und durch das Netzwerken auch viel Gutes entsteht, betrachtet man es aber ohne die rosarote Brille, einfach mal ganz sachlich und objektiv, dann ist Instagram der Inbegriff der Selbstdarstellung, das Erhaschen von Aufmerksamkeit, das, was wir irgendwie alle brauchen, weil wir gesehen werden wollen. Und das meine ich nicht im geringsten bösartig, wir Menschen sind einfach so gestrickt. Welcher Mensch möchte schon in Vergessenheit geraten? Es ist der Drang, nicht ganz sinnfrei zu leben, sondern etwas zu erschaffen. Sei es eine Plattform für das eigene Unternehmen oder die Plattform für sich als Person. Mit jedem Account, der neu erstellt wird, wächst das Imperium der Individualität. Denn das brauchen wir Menschen. Wir möchten zum einen individuell und einzigartig sein, streben nach Distinktion, wollen uns abheben, besonders sein und zum anderen ist da dieses große Gefühl, dass wir uns einer Gruppe zugehörig fühlen möchten – immerhin sind wir Herdentiere. Ich selbst folge auf Instagram fast nur noch nachhaltigen und achtsamen Accounts. Doch auch dort, folgt eine Werbeanzeige der nächsten. Denn so funktioniert das Spiel nun einmal. Es gibt zwei Optionen: Nutzt du Insta für private Zwecke oder möchtest du damit bewusst Geld verdienen. Beides ist okay. Ist es Zweiteres, dann ist ein Ziel von vielen, dich selbst und die Produkte, die du gern hast, zu vermarkten. Schaffst du es also durch deine Einzigartigkeit oder deiner eigenen Zugehörigkeit zu einer Gruppe (Hipster, Neo-Ökos, LOHAS usw.), eine Gruppenzugehörigkeit bei anderen auszulösen, dann steigt man selbst zum Status „König/Königin“ auf. Deine Follower sind dann dein Gefolge. Alles, was du gerne machst und liebst, lieben sie auch. So ist das ja auch schon im eigenen sozialen Umfeld. Sei es in der Familie, unter Freunden oder im Bekanntenkreis. Wie oft sieht man eine Straße im Wohnbaugebiet, wo dieselbe Farbe der Hausfassade oder die der Fensterläden zwei Häuser weiter wieder auftritt. Das ist Mode, das ist Trendsetting.

An diesem Punkt setzt nun das eigentliche Prinzip der Achtsamkeitslehre an. Achtsamer und bewusster zu leben heißt, dass man etwas aus Überzeugung tut, es ganz bewusst macht und nicht vom Fluss der Wildlachse getrieben ist, sondern entgegen schwimmt, man kurz auf Pause und wieder auf Play drückt. Sich selbst zuhören, das kurze Innehalten „Was mache ich hier eigentlich?“. Nicht ohne Grund gibt es seit Jahrtausenden die Meditation und nicht ohne Grund gibt es in buddhistischen Häusern den Brauch, dass jede Stunde einmal der Gong geht, man alles stehen und liegen lässt, quasi ein FREEZE-Modus eintritt und man für eine Minute mal nichts macht – sozusagen ein Quickie der Meditation. Das weite Feld der Achtsamkeit umzäunt auch die innere Zufriedenheit. Mit sich selbst zufrieden sein, sich selbst genügen, einen Selbstwert haben, ganz ohne HABEN oder BRAUCHEN, ganz nach dem Motto: YOU ARE ENOUGH.

Ist man wirklich wirklich ehrlich zu sich, wacht man auf und weiß, dass man all das Konsumierte gar nicht braucht, um zufrieden zu sein. Wir sind alle tutti completti auf diese Welt gekommen, wir können „eigentlich“ (die Systemtheorie nun mal ausgeklammert) machen, was wir wollen und dabei glücklich sein, wann wir wollen. Natürlich gibt es auch im Lifestyle des Minimalismus Dinge, die wir zum Leben brauchen und Dinge, die wir gerne, um uns herum haben möchten. Das ist auch gut so, sonst würden wir ja auf einer Wiese oder in einem leeren Raum sitzen. Dass man nicht immer gut gelaunt sein kann und immer seinen inneren Frieden gefunden hat, ist uns sicherlich auch allen bewusst. Es gibt nun mal viele Gefühle und alle haben ihren Sinn und Berechtigung, schließlich sind wir noch nicht so weit wie Scarlett Johansson in der SciFi-Verfilmung Lucy, die bei 100% ihrer Gehirnaktivität keine Gefühle mehr braucht.

Warum sind wir im Urlaub in weit entfernten Ländern oder einfach nur entfernteren Gebieten von unserem zu Hause weg (Anpassung wegen Corona-Pandemie), glücklich? Sind wir da glücklich, weil wir tausend Kleider anhaben, der Brilli am Finger steckt oder die teure Sonnebrille von Céline oder Tom Ford auf der Nase sitzt? Oder sind wir im Urlaub vielleicht ganz besonders glücklich, weil wir die ganze Konsumwelt, den ganzen Stress rund um Alltag und Arbeit loslassen können und das Wesentliche wieder fokussieren können? Plötzlich merken wir, dass wir den vollgepackten Koffer gar nicht brauchen und lediglich das eine Lieblingskleid drei Wochen am Strand tragen, weil wir uns wohlfühlen. Meistens ist es dann auch egal, dass es nach einer Woche nicht mehr ganz so frisch duftet…“Wir sind ja eh nur unter uns, wir sind ja eh nur am Strand und im Wasser“, sagen wir uns. Genau das, ist Achtsamkeit, BewusstSEIN, im Hier und Jetzt sein, auf Außenwirkung scheißen und einfach man selbst sein. ICH sein. Das ist Minimalismus: Nicht viel brauchen, sondern mit dem, was man hat, zufrieden sein. Noch besser: nicht haben, sondern sein. Aber das ist wohl die hohe Kunst des Buddhismus und da muss ich gar nicht hin. Es reicht, wenn ich es mir immer wieder bewusst mache, in den Momenten, wo das Fass am Überlaufen ist, wo alles laut und unruhig in mir und um mich herum ist. Es reicht, wenn ich mir die Frage stelle: Ist es in mir so laut und unruhig oder ist es die Welt dort draußen? Dann weiß ich, dass es Zeit wird zu meditieren, Yoga zu machen, eine Runde zu laufen, ein Buch zu lesen oder einfach nur laut Musik zu hören, um mal nicht meine Gedanken zu hören. Denn, ob ihr es glaubt oder nicht: Wir müssen unseren Gedanken nicht HerrIn werden, wir müssen unseren Gedanken nicht immer alles abkaufen. Meist sind es festgeklopfte Glaubenssätze, die wir im Laufe des Lebens aufgrund von Erfahrungen (gute oder schlechte) entwickelt haben (dazu mehr in einem anderen Blogbeitrag).

Mein Ziel ist es eine zen-artige Mitte zu finden. Zeitschriften über „Do’s und Don’ts“ der Achtsamkeit lesen und umsetzen, kaufen, aber ganz bewusst, mehr ins „das habe ich bereits“ als ins „krass, genau das brauche ich noch unbedingt“, mehr ins „hier bin ich Mensch, hier darf ich sein“ als „ich fühle mich nicht vollständig und deswegen kaufe ich“, denn mehr ist es leider nicht. Wir kaufen, weil wir glauben, dass uns was fehlt. Ich kann euch sagen, so ist es nicht. Es sei denn ihr braucht Druckerpapier für die nächste Steuer.

Montage: Manchmal reicht mir „9-to-5“ einfach nicht

Es ist wieder Montag. Der analoge Wecker klingelt um halb sechs in der Früh. Im Halbschlaf drücke ich das Schlummerknöpfchen. Nochmal kurz innehalten und ins Kissen versinken. Das Ganze ziehe ich mindestens drei Mal durch. Je nach Müdigkeitsgrad kann dieser Prozess bis zu einer Stunde andauern. Doch heute nicht. Heute ist Duschen dran. Ich stelle den Wecker auf „aus“ und stehe auf. Im Dunkeln ertaste ich mein Handy, welches auf der Fensterbank im Flugmodus liegt, dann den Lichtschalter für den Flur. Klick – der Tag kann beginnen. Ich torkele die alte Holztreppe herunter, es folgt kalter Fliesenboden. Spätestens jetzt, bin ich wach. Klick – zweiter Lichtschalter. Diesmal in der Küche. Ich zapfe mir meinen ersten Kaffee am Kaffeeautomaten. Während die Bohnen mahlen, trinke ich einen großen Schluck kaltes klares Wasser aus dem Hahn. Das tut gut. Halbnackt, mit meinem Dutt auf Halbmast und einer vollen Kaffeetasse, laufe ich ins Bad.

Klick- dritter Lichtschalter. Ich nippe an meiner Tasse, gucke in den Spiegel und beurteile, ob ich ausgeschlafen bin oder die Nacht zu kurz war (#Augenringe). Meistens war sie gefühlt zu kurz. Meistens fühle ich mich montags so gar nicht erholt. In der Dusche prasselt das Wasser auf mich. Klick- das Gedankenspiel beginnt. Mir schießen die ersten „to do’s“ für die Arbeit in den Kopf. Meistens Dinge, die ich in der letzten Woche nicht mehr geschafft habe. Dicht gefolgt von privaten Remindern, was die Woche so ansteht und erledigt werden muss. Ich dusche maximal fünf Minuten. Ganz bewusst, um mit Wasser sparsam umzugehen. Nicht aus Kostengründen, sondern für die Umwelt. Die meiste Zeit nimmt mein Wuschelkopf ein. Ich möchte ihn zähmen, wie ein wildes Tier. Doch die Locken machen nach 32 Jahren immer noch das, was sie wollen. Insgesamt brauche ich morgens im Bad eine Stunde. Ich bin morgens gemütlich. Doch das war nicht immer so.

EXKURS

// Ich bin acht Jahre lang mit dem Zug vom Raum Marburg ins Rhein Main-Gebiet gependelt. Die längste Strecke war in den Taunus. Eine tägliche Mindestfahrtzeit von vier Stunden war die Regel. Damit verbunden der morgendliche Stress, den Zug rechtzeitig zu erreichen, den Umstieg gewuppt zu bekommen und so weiter. Zum Glück ist das vorbei. Die Zeit der Ausbildung und der Versuch im Modejournalismus und in der Mode-PR Fuß zu fassen ist nun endlich vorbei. Auch der Gedanke unbedingt Karriere machen zu müssen ist weg. Warum? Weil ich mich damit aufgegeben hätte. Ich liebe den Journalismus und ich liebe die Mode, aber der Preis war mir zu hoch. Der Einsatz war wie beim Poker „all in“: Keine Emotionen zulassen, Fashion-Miene aufsetzen, cool aussehen, bis in die Nacht auf Shop-Eröffnungen oder Vernissagen netzwerken, alleine sein, mindestens 60 Stunden in der Woche arbeiten. Wofür? Für einen Hungerlohn, den täglichen Schreibdruck, für Kreativität vom Fließband, für Menschen, mit denen ich nie warm wurde. Zwei Mal Berlin Fashion Week im Praktikum bei einer tollen Modedesignerin, die heute leider nur noch Goodies für Mops-Hunde näht, weil die Modeindustrie zu hart ist, drei Monate Praktikum bei einer Modezeitschrift mit unsympatischen und egoistischen Redakteuren und einer noch arroganteren Chefredakteurin sowie ein längeres PR-Praktikum bei einem Drachen von PR-Frau, bei der ich gelernt habe, dass nicht alles Gold ist, was funkelt (damit meine ich ihren goldenen Schmuck-Behang und ihre egozentrische Attitüde). Ich habe sehr früh gemerkt, dass es nicht meine Welt ist. Vielleicht hatte ich aber auch einfach nur Pech mit meiner Auswahl…//

Klick- ich schließe das Auto auf und steige „ready for work“ ins Auto ein. 30 Minuten brauche ich an die Arbeit. Meistens höre ich morgens Podcasts rund um die Themen persönliche Weiterentwicklung, wissenschaftliche Erkenntnisse, politische Talks, aber auch mal Krimiaufklärung oder den Gedankensalat von Böhmermann & Schulz. Eine Podcastfolge später, fahre ich auf den Parkplatz meiner Arbeitsstätte. Klick- ich schalte Radio und Motor aus. Der Arbeitstag beginnt mit einem lauten und fröhlichen GUTEN MORGEN und einem zweiten guten Filterkaffee. Seit vier Jahren arbeite ich in einer Behörde und habe damit einen klassischen Bürojob. [Ganz so klassisch ist er wegen des Fachbereiches nicht, aber dazu berichte ich vielleicht mal in einem anderen Blogbeitrag.] Witzig, wo es einen hin verschlägt. Reiner Zufall. Das Ergreifen einer Gelegenheit nach zahlreichen Absagen für ein Volontariat und die Chance auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Planen konnte ich das nicht und Ziel war es auch nie. Ich habe Gleitzeit, d.h. ich kann mir den Beginn und das Ende meiner täglichen Arbeitszeit relativ flexibel gestalten. Das liebe ich als Freigeist sehr. Seit zwei Jahren leite ich einen Fachbereich und bin Vorgesetzte für ca. 16 MitarbeiterInnen. Auch das hatte ich nie geplant. Es kam einfach so. Insgeheim habe ich immer gespürt, dass ich schneller als mein soziales Umfeld die Initiative ergreife, dass ich eine Meinung habe, mich nicht scheue sie frei heraus zu äußern und sie auch verteidige, wenn es sein muss, dass ich empathisch und eine gute Zuhörerin bin und spüre wie die Stimmungslage ist. Ich war schon immer gut, wenn es um Koordination und Organisation ging und ich habe früh gemerkt, dass Menschen auf meine Meinung Wert legen. Ich leite ein tolles dynamisches Team, welches mir den Rücken freihält und an mich glaubt.

Es gibt die Tage, wo alles im Flow ist. An diesen Tagen bin ich in meiner Mitte, bin zufrieden und glücklich, denke nicht viel über mein eigenes Sein nach und hinterfrage auch nicht, warum ich arbeite. Dann gibt es diese Tage, da habe ich schwierige Entscheidungen zu fällen. Entscheidungen, die aus dem alltäglichen Muster herausfallen. Manchmal fällt es mir leichter sie zu treffen, manchmal schwerer. Besonders diese Tage lassen mir keine Zeit darüber nachzudenken, warum ich hier bin und was ich da eigentlich mache. Im Großen und Ganzen überwiegen die Tage, an denen ich nicht ins Grübeln über mich selbst komme. In den letzten vier Jahren war kein Tag wie der andere. Das liebe ich an meinem Job. So bleibt es spannend und abwechslungsreich. Doch auch der spannendste Job wird irgendwann einmal Routine. Prozesse sind eingespielt, Vorgänge laufen, Fristen werden gehalten. Es läuft einfach. Manchmal stört mich das, weil ich weiß, dass es ohne mich auch läuft. Ich muss den Laden dann gar nicht mit meiner Energie und Liebe am Leben halten. Ich muss an diesen Tagen einfach nur verwalten. Einfach nur da sein und manchmal Weichen stellen, wie eine Bahnhofsangestellte im Haltestellen-Häuschen. Arbeitstage, die Grau sind, keinerlei Farbe haben, keine Challenges für mich bereithalten und so dahin plätschern, sind für mich die tragischsten Tage. Sie bringen mich zum Nachdenken, was prinzipiell nicht schlecht ist, aber es ist ein anderes Nachdenken. Es ist das verflixte Grübeln. Es ist das verkopfte Hinterfragen, das Hin- und Herwiegeln von Gedanken, der Topf ohne Boden, die Fragen ohne Antworten. Wenn man nicht aufpasst und sich zu sehr hineinsteigert, dann kommt man aus diesem schwarzen Loch der Gehirnwindungen nicht mehr heraus. Dann heißt es am liebsten nur noch, alle Termine absagen, zu Hause bleiben und die Decke über den Kopf ziehen. Manchmal hat man solche Tage. Manchmal habe ich solche Tage.

Immer, wenn diese Tage kommen, frage ich mich, ob das Modell „9-to-5“, das richtige Modell für mich ist. Ich komme um acht Uhr morgens an die Arbeit, mache in der Regel eine halbe Stunde Pause mit meinen Kollegen, arbeite dann bis circa 17 Uhr durch und fahre wieder nach Hause. Oftmals denke ich mir an diesen trüben Tagen: „Jetzt ist endlich Feierabend, jetzt erst fängt der Tag für mich an. Jetzt habe ich endlich Zeit für mich. Zeit für Kreativität, Zeit für die Liebe, Zeit für meine Hühner, Zeit für…“ An solchen Tagen bin ich kritischer, bin ich verletzlicher, bin ich trauriger. Ich sehe diese 40-Stunden-Woche vor mir und weiß, dass fünf Tage dieser frisch begonnenen Woche, nicht mir gelten, sondern eben der Behörde. Ich denke darüber nach, dass 40 Stunden ganz schön viel sind. Ich denke darüber nach, wie ich sie außerhalb des Jobs investieren könnte. Ich denke darüber nach, dass das Verhältnis der freien Tage am Wochenende und der Arbeitstage unter der Woche unverhältnismäßig sind und mir die zwei freien Tage einfach nicht reichen. Zwei Tage reichen mir nicht, um einzukaufen, aufzuräumen, nach den Hühnern zu schauen, den Stall zu säubern, den Garten für die Saison vorzubereiten, Freunde zu treffen, Familie zu sehen, Zeit mit meinem Boy zu verbringen. Besonders im Winter sind die Tage so kurz, dass man morgens im Dunkeln zur Arbeit fährt und abends im Dunkeln Feierabend macht. Zwei freie Tage am Wochenende reichen mir besonders dann nicht, wenn ich diesen Gedankensalat in mir herumtrage, der manchmal so schwer ist, dass ich während des Laufens spüre, wie er an die Schädeldecke schwappt. Salat ist zwar lecker, aber nicht im Kopf.

Diese Gedanken müssen mich nicht bestimmen. Das alles ist MINDSET. Wer sagt mir, dass ich nicht auch an der Arbeit herumblödeln kann, mal eine halbe Stunde länger Pause mache und draußen spazieren gehe. Wer sagt mir, dass lautes Lachen an der Arbeit verboten ist oder ich am Bürotisch kleben bleiben muss. Wer? Im Prinzip Niemand. Es wird Zeit sich vom sozialisierten Ich im Orbit einer leistungsorientierten Gesellschaft zu lösen und seinen Selbstwert nicht mehr über das „machen und haben“ zu definieren. Ich bin nicht erst ich, wenn ich einen gewissen Betrag auf dem Konto habe, ich bin nicht erst ich, wenn ich dies oder das im Leben erreicht habe. Wir alle sind bereits mit der Geburt vollkommen und vor allem ausreichend. Schluss mit dem „immer mehr, immer weiter, immer höher, immer geiler“. Wenn wir jeden Tag als den unsrigen ansehen würden, den wir auch an der Arbeit weitestgehend frei gestalten können und auch noch nach der Arbeit Dinge tun, die wir lieben, dann ist alles halb so wild. Mein Chef sagte einmal zu mir: „Wissen Sie, wenn Sie wirklich gerne tun, was sie tun, dann kommt es Ihnen auch nicht mehr wie Arbeit vor. Dann sind Sie frei von diesen dunklen Gedanken und jeder Tag ist ein guter Tag.“ Und er hat Recht. Arbeiten müssen wir in diesem System alle. Daran ist nicht zu rütteln. Es sei denn man hat im Lotto gewonnen oder eine dicke Erbschaft erhalten. Also, liegt es an uns, mit den richtigen Gedanken, das Beste aus dem Tag herauszuholen.

Wie das genau funktioniert? Ungefähr so: Während ich hier sitze und den Beitrag schreibe, schaue ich aus dem Fenster und sehe die Wolken am Himmel schnell vorbeiziehen. So geht es mir auch manchmal mit den Tagen in der Woche, mit den Tagen im Monat und mit den Tagen im Jahr. Doch heute ist das nicht schlimm, denn heute scheint die Sonne. Nicht nur draußen, sondern in mir. Ich höre eine Playlist namens „Frühlingsgefühle“, trinke meinen geliebten Rooibos-Tee mit Hafermilch und fühle mich frei. Frei, weil ich schreiben darf, frei, weil das Schreiben relativiert, frei, weil das Leben gar nicht so schlimm ist, wie es sich manchmal im Kopf und im Herzen anfühlt. Frei, weil ich weiß, dass meine Gedanken durch mich gesteuert werden können und alleine ich entscheide, wann ein Tag trüb ist und wann nicht. Ich glaube, es hilft, wenn man sich diese Tatsache öfter in Erinnerung ruft. Sei es mit hübschen Karten, Fotos und Lettern auf einem Moodboard, sei es mit guter Musik oder Momenten mit seinen liebsten Wesen – egal, ob Mensch oder Tier.

Wenn ihr mich also mal auf der Treppe vor unserem Fachwerkhäuschen sitzen seht, wie ich meinen Kaffee oder Tee trinke, unsere freilaufenden Hühner beobachte und dabei lächele, dann wisst ihr, dass ich grade an diesem Punkt bin, es KLICK gemacht hat und mich daran erinnert habe, wie schön das Leben doch eigentlich ist – auch mit einer 40-Stunden-Woche. Was aber nicht heißen soll, dass eine 30-Stunden-Woche nicht noch toller wäre 😉 Einfach mal zwischendurch KLICK machen.

Sind wir noch Freunde?

Ein Thema, welches mich im letzten Jahr viel beschäftigt hat, ist das Thema Freundschaft. Es ging sogar so weit, dass ich im Büro einen Zettel mit der Aufschrift „Was bedeutet für dich Freundschaft?“ ausgelegt habe und beinahe Jeden befragt habe, der glaubte eine Antwort darauf zu haben. Ich habe ein Telefoninterview mit meiner Tante geführt und mir dabei seitenlange Notizen gemacht, nur um den Kern der Sache zu erkennen. Auch Freunde habe ich an meinen Gedanken teilhaben lassen.

Die Antworten waren dabei so vielseitig wie Freundschaften selbst nur sein können. Die einen verbinden mit Freundschaft das Spiel zwischen Nähe und Distanz halten, andere erwarten von einer Freundschaft, dass sie Werte wie Respekt, Vertrauen und Ehrlichkeit widerspiegelt. Manche Menschen brauchen den täglichen Kontakt zu ihren Freunden und für manche reicht es völlig aus, wenn man sich alle paar Wochen mal sieht. Dann gibt es da noch diese besonderen Freundschaften. Freunde, die man Jahre nicht sieht, doch wenn ein Wiedersehen kommt, alles so scheint, als habe man sich gestern erst getrennt. Es gibt Menschen, die können ihre Freundschaften an einer Hand abzählen und manche brauchen nur den einen Freund. Ihnen scheint der intensive Kontakt wichtiger zu sein als den Menschen, die unzählbar viele Freunde haben. Wobei man hier sicherlich auch noch einen Strich zwischen engen und weniger engen Freundschaften sowie Bekannten ziehen kann.

Es gibt Menschen, die zwischen Familienmitgliedern und Freunden keinen Unterschied machen, die, die für ihre Freunde alles tun würden und wo ein gewisses Urvertrauen vorherrscht. Für mich sind das Freunde, mit denen man alles besprechen kann, vor denen man sich nicht im Entferntesten verstellen muss, wo man sich gibt wie man ist, mit denen man sich streiten und wieder versöhnen kann – kurzum Freunde, für die man einsteht, die man von ganzem Herzen liebt und vermisst, wenn sie einmal fort sind.

Schließlich sind wir, was die verschiedenen Freundschaften angeht, alle auf einen gemeinsamen Nenner gekommen: In den seltensten Fällen gibt es den EINEN Freund, der alle Erwartungen, alle Werte, erfüllt. Ein Freund ist kein Handy, welches einem immer das gibt, was man grade braucht. Je mehr Apps, desto mehr Service und Verlangen. Nein, ein Freund ist ein Individuum, mit eigenen Bedürfnissen und Erwartungen und die müssen nicht immer wie „Arsch auf Eimer“ zu einem selbst passen. Sicherlich schließen wir leichter Freundschaften mit Menschen, in denen wir uns in einem gewissen Grat selbst wiedererkennen. Gemeinsames verbindet eben. Doch, da ist immer noch das Eigene eines Jeden. Quasi das Salz in der Suppe, welches Freundschaften interessant macht und intensiv werden lässt. Nicht umsonst gibt es den Spruch „Gegensätze ziehen sich an“. Genau dieses Gegensätzliche lässt uns reflektieren, zwingt uns aus der gemütlichen Komfortzone herauszutreten und sich vom eigenen Ego zu distanzieren. Solche Freundschaften fordern und fördern einen. Eine, wie ich finde, sehr gesunde Art und Weise der Auseinandersetzung. Dennoch ist es der Königsweg, um eine Beziehung mit ihren Höhen und Tiefen führen zu können. Sicherlich ist es auch die „anstrengendere“ Variante.

Und so kommt es oftmals dazu, dass man Freundschaften für verschiedene Zwecke pflegt, ähnlich wie Apps: Mit dem einen Freund kann man gut Kaffee trinken gehen und sein Herz ausschütten, mit dem anderen lässt es sich gut feiern und nachts durch die Straßen ziehen, der wiederum andere entfacht in dir das Unentdeckte, das Feurige, bei ihm kann man visionieren und träumen. Dieses Freundschaftsmodell, ausgelegt nach gemeinsamen Neigungen und Interessen, ist ein relativ einfaches System, um von Freundschaften – und den eigenen Erwartungen daran – nicht enttäuscht zu werden. Auch ich bin schon auf den Geschmack gekommen, aber eigentlich nur, weil ich immer auf der Suche nach diesem einen Freund oder Freundin war, der oder die viele verschiedene Facetten, deckungsgleich zu meinen, abdeckt. Es ist nicht so, dass ich kategorisch danach gesucht hätte. Es ist vielmehr so, dass die Basis meiner sozialen Interaktion die illusionäre Vorstellung war, alle Facetten in einer Person finden zu können. Dass das von Vornherein nicht funktionieren konnte bzw. meine Erwartungen dadurch schnell enttäuscht wurden, war mir oberflächlich zwar klar, doch mein Unterbewusstsein kam da nie ganz mit.

Vielleicht habe ich mir letztes Jahr besonders viele Gedanken zum Thema Freundschaft gemacht, weil ich gemerkt habe, dass ein paar meiner Freundschaften nur noch einseitig, von mir ausgehend, am Leben gehalten wurden. Vielleicht habe ich insgeheim gehofft, dass manche Beziehungen noch eine Chance verdient haben, weil man sich teilweise auch sehr lange kannte oder mal sehr gut verstanden hat und eben seine Zeit miteinander hatte und vielleicht habe ich bis zum Schluss an dieser Zeit festhalten wollen. Wie bei einer Liebesbeziehung, können auch Freundschaften daran zerbrechen, dass man viel zu lange nebeneinanderher gelebt hat. Dass man viel zu lange, andere Prioritäten hatte, viel zu lange nicht miteinander gesprochen hat und dadurch die gemeinsame Zeit immer blasser wurde. Auch das muss man akzeptieren und irgendwann loslassen können.

Das Jahr der Reflexion hat mir gezeigt, dass die wirklich wichtigen Freundschaften, welche aus einer intrinsischen Motivation heraus entstanden sind, die Freundschaften sind, die langfristig Bestand haben. Es sind die herausfordernden Freundschaften, die aus gegenseitiger Zuneigung entstanden sind und denen eine Konfrontation des jeweiligen Egos nichts ausmachen. Alle anderen Freundschaften sind auch wunderbar, nur gleichen sie eher einer erfrischenden Sommerliebe.  

Was also ist für mich Freundschaft? Freundschaft bedeutet für mich, sich wohlzufühlen, authentisch und ehrlich zu sein, auch, wenn es unangenehm werden könnte, zusammen zu lachen und zu weinen, sich verstanden zu fühlen und sich zu verzeihen, wenn man Mist gebaut hat. Ganz gleich, welche Art von Freundschaft es ist: Sie sollte Spaß machen, das Beste in einer Person zum Vorschein bringen und niemals dauerhaft herunterziehen.

Willkommen!

Dieser Blog ist eine Reise: Eine Reise durch das wunderbare Leben, eine Reise zu mir selbst, eine Reise zu mehr Bewusstsein und Achtsamkeit, zu mehr Kreativität und der eigenen Schöpferkraft, verbunden mit dem Weg zu einem nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Leben. Diese Reise soll vor allem Spaß machen und motivieren das eigene Leben so zu gestalten, wie man es möchte!

Ich liebe es neue kreative Wege zu gehen und deswegen wird ein wichtiger Schwerpunkt auf dem Blog das Thema „Nachhaltigkeit“ sein. Ich habe mich in meiner Masterthesis intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit in der Bekleidungsindustrie befasst und möchte den Bereich SLOW FASHION im Alltag greifbarer machen. Weg von Billigherstellern und Massenkonsum, hin zu einer Mode, die einen Wert hat, uns ausmacht und uns im Leben begleitet. Doch nicht nur nachhaltige Mode darf dabei im Fokus stehen, es gilt generell neue nachhaltige Wege im Alltag zu beschreiten. Sei es mehr Nachhaltigkeit in der Küche, im Bad, im Garten oder im Verkehr – wir alle können relativ leicht große Veränderungen bewirken. Ich befinde mich noch ganz am Anfang dieser Reise und freue mich, wenn Ihr mich dabei begleitet.

Mit CACTI & PEONIES möchte ich auch zeigen, was für tolle Herzensmenschen eigene coole Start-Ups und Unternehmen in Hessen und darüber hinaus gegründet haben, welche Geschichte sie zu erzählen haben und damit Menschen miteinander verbinden und ein kreatives Netzwerk schaffen. Außerdem wird es auf dem Blog einen Bereich mit Gastbeiträgen geben, um kreativen Köpfen oder Menschen, die etwas sagen möchten, eine Plattform zu geben. Seid mutig und schreibt mir Eure Ideen oder Gedanken an hellocactiandpeonies@gmail.com und vielleicht findet Ihr Euch demnächst schon selbst mit einem Beitrag hier auf CACTI & PEONIES wieder.

Egal wie schön das Leben zu Hause ist, manchmal möchte man etwas Neues sehen und erleben. Ich reise für mein Leben gern, liebe die Kunst, das Schöne und Abenteuer. Ich liebe die Natur – genauso gerne bummele ich aber durch interessante Städte und entdecke dabei kleine Gassen mit tollen Cafés, Restaurants, Kneipen und Bars. Ab sofort nehme ich Euch dabei mit und inspiriere Euch hoffentlich Neues auszuprobieren.

CACTI & PEONIES ist ein buntes Potpourri aus Nachhaltigkeit, Life, Kreativität, Reisen und Food und ich freue mich, dass die Reise nun losgeht!

DIY: Mittsommer-Blumenkranz

Am Freitag war der längste Tag und die kürzeste Nacht. Ein Grund mehr feiernd in das Wochenende zu starten. Die Schweden machen es vor und feiern jedes Jahr traditionell am Samstag zwischen dem 20. und 26. Juni Midsommar, hier bekannt als Sommersonnenwende.

Ein Fest in der Natur mit guter Gesellschaft, leckerem Essen und dem ein oder anderen Aquavit. In Deutschland feiern wir dieses Fest zwar nicht offiziell, aber das soll mich nicht davon abhalten es den Schweden gleichzutun. Da ich schon immer mal zu dieser Zeit in Schweden sein wollte, es aber bisher nie geschafft habe, habe ich mir Schweden nach Hause in den Garten geholt. Wie der Hering oder der gebeizte Lachs mit Dill zum Midsommar-Fest dazu gehören, sind auch die wunderschönen Blumenkränze im Haar nicht wegzudenken.

Deswegen war ich Freitag im Garten unterwegs und habe mir eine kleine Auswahl an Blumen gepflückt und zeige Euch heute, wie man auf die Schnelle mit wenig Aufwand einen Haarkranz zaubert.

Ihr braucht:

  • festen Draht, um den Bogen zu formen (ich habe einen alten Draht vom Maschendraht genommen)
  • dünnen Bindedraht
  • Satinband
  • Blumen aus dem Garten

Dauer: 20 Minuten

Schritt 1: Ihr formt Euch den festen Draht zu einem Kreis und passt ihn an Euren Kopfumfang an. Die Enden biegt Ihr jeweils nach innen, um eine Schlaufe zu bekommen. Diese braucht ihr nachher, um ein schönes Satinband anzubringen (dient später dazu den Kranz zuzubinden).

Schritt 2: Ihr nehmt Euch die erste Blüte und schneidet den Stiel auf ca. 4 cm zurück. Dann setzt Ihr die Blüte am einen Ende des Drahtbogens an und wickelt das Bindedraht um den Stiel.

Schritt 3: Die nächste Blüte wird wieder nah an die vorherige angelegt und wieder mit Draht fixiert. Das macht Ihr so lange bis Ihr am anderen Ende angekommen seid. Hier hilft es, wenn Ihr Euch als Basis eine Blumensorte aussucht und diese erstmal über den ganzen Bogen anbringt. Später könnt Ihr mit anderen Blumen Farbakzente setzen und den Kranz verdichten.

Et voilà: Fertig ist der Blumenkranz! Zum Schluss knotet Ihr nur noch das Satinband an den Schlaufen fest, zieht Eure Blumenkrone auf und bindet hinten eine Schleife.

Die Blumenkrone auf dem Kopf kombiniert mit einem luftigen Kleid und einem Glas Erdbeer-Holunderbowle in der Hand sind der perfekte Auftakt ins Wochenende – auch ohne Midsommar. Lasst es Euch gut gehen!